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Kröten wichtiger als die Sicherheit der Menschen ?

Hauptversammlung des Bürgerverein Zazenhausen
mit heißen Diskussionen zu aktuellen Themen

(hd) - Zu einer Hauptversammlung des Bürgervereins Zazenhausen trafen sich am 22. März 2002, 70 Gäste und Mitglieder In der Mehrzweckhalle in der Landsknechtstraße 3.

Ab 19.30 Uhr führte der 1. Vorstand Reinhold Weible durch die knapp zweistündige Sitzung. In dieser ging es hauptsächlich um den Bericht des letzten Geschäftsjahres, die Spitalhofstraße, den Lärmminderungsplan und den Nord-Ost-Ring. Ergänzt wurden die Berichte der Ausschußmitglieder durch den Bezirksvorsteher Wolfgang Meyle und den Vorschlägen und Ergänzungen der Bezirksräte Uwe Mammel und Josef Michl.

Nach der Einführung stellte Michael Röger stellvertretend für die erkrankte Kassiererin den Kassenbericht des letzten Jahres vor. Der Verein hat nach allen Abzügen ein Vermögen von knapp 26.000 DM am Jahreswechsel gehabt. Die Kasse wurde geprüft und für in Ordnung befunden und somit konnte Brigitte Wellner einstimmig entlastet werden. Die Kassenprüfer Bärbel Pfister und Joachim Schaaf wurden für das nächste Geschäftsjahr ebenfalls im Amt bestätigt.

Danach führte der Vorstand einen kleinen Blick in die Vereinsbilanz durch. Die Anzahl der Mitglieder sei konstant, so zähle man insgesamt 214 Mitglieder. Frau Bea Jacob gab einen Bericht über die letzte Hauptversammlung, bevor es zu den heiklen Themen des Abends kommen sollte.

Als erster Streitpunkt stand die Spitalhofstraße auf der Tagesordnung. Pfarrer Volkmar Trosse nahm sich dieses Themas an und hielt eine Rede, die zu Beifallsstürmen hinriß.

"Da wird seit zwei Jahren nichts getan, das finde ich einen Skandal" sagte das Gründungsmitglied des Bürgervereins. "Trotz mehreren Baubegehungen ist das Stadtplanungsamt außer Stande, etwas zu tun, außer mit dem Kopf bedenklich zu wackeln. Für Kröten werden Straßen gesperrt, damit diese sicher über die Straße kommen. Aber nicht für Menschen." Es sei ein Unding, daß "die Kröten versorgt werden, die Fußgänger nicht". Pfarrer Trosse sind die Kröten nicht egal, er findet dies auch wichtig, aber seit zwei Jahren tut sich nichts für die Sicherheit der Fußgänger. "Wenn die Stadtverwaltung nichts tut, dann tun wir etwas!"

Nach dieser "Brandrede" von Volkmar Trosse erläuterte Bezirksvorsteher Wolfgang Meyle die Situation.

Die Stadt plane eine Verkehrsberuhigung für den Abschnitt der Hausnummern 6 bis 20 und alternierendes Parken, dabei würden aber 15 Autostellplätze wegfallen. "Bei der nächsten Gemeinderatssitzung könnte darüber abgestimmt werden", machte er Hoffnung. Und Uwe Mammel fügte ergänzend dazu, daß man sich doch für eine Variante entscheiden sollte: entweder Sicherheit oder Parkplätze, denn "einen Tod muß man sterben", so der SPD-Vertreter.

Nach einer regen Diskussion kam es zu einer Abstimmung, die einstimmig entschieden wurde. Der Bürgerverein will sich nun dafür einsetzen, dass durchgehend Poller auf der linken Straßenseite verankert werden, damit die Sicherheit der Fußgänger gewährleistet ist.

Das zweite Hauptthema war der Nord-Ost-Ring, der mit der Westumfahrung Waiblingen zusammenhängt. Die sei ein "Kampf gegen Windmühlen" hieß es. Reinhold Weible konnte dazu nur sagen: "Wenn wir es nicht verhindern können, müssen wir es eben so erträglich wie möglich machen."

Uwe Mammel erklärte nach der Sitzung, dass man für den Naherholungspark kämpfen müsse, denn dies sei die einzige Möglichkeit für Mühlhausener und Freiberger, ins Grüne zu kommen, und die einzige sinnvolle Alternative zum Nord-Ost-Ring. "Man muß Druck von Außen machen, damit was geschieht", betonte er.

Der letzte große Punkt wurde von Peter Gramberg vorgestellt, der am "Runden Tisch" für den Lärmminderungsplan die Interessen des Bürgervereins vertreten hatte. Gramberg stellte den Abschlußbericht seiner Arbeiten dar, wie sie nun in den Maßnahmenkatalog für die Ämter einfließen. "Entschieden ist noch nichts", meinte er in Bezug auf die Vorschläge für die Straßen in Zazenhausen.

Es wurden im Anschluß noch zwei Anträge gestellt, ein er davon wurde vertagt. Der zweite Antrag: Der Bürgerverein möchte sich für eine Nutzung des alten Vereinsheims des TVZ als Jugendhaus einsetzen.

Zum Ende der Sitzung wurde Pfarrer Trosse für sein dreißigjähriges Engagement im Vorstand des Vereins geehrt. Volkmar Trosse wurde mit einer Kiste Wein in die Pfalz verabschiedet, wo er seinen Ruhestand verbringen möchte. Zu seinem Abschied wird die Kirchengemeinde zusammen mit dem Bürgerverein einen Volkslauf veranstalten.

Hauptversammlung des Bürgervereins Zazenhausen
Es war eine gut besuchte Hauptversammlung des Bürgervereins Zazenhausen
mit teilweise recht heftig geführten Diskussionen zu aktuellen Themen aus dem Stadtbezirk.

Aus "Grüne Woche", Seite Lokales vom Mittwoch, 27. März 2002
www.eHeinz.de

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